Vergangene Veranstaltungen
Von Arachne ins „Datenhotel“ und zurück – Ein Werktstattbericht
04.02.2026, 14:00 Uhr CET
Dr. Michael Müller (Humboldt-Universität zu Berlin)

In seinem Vortrag berichtet Michael Müller über ein Pilotprojekt des Digitalen Netzwerks Sammlungen, in dem für Bestände der Abguss-Sammlung Antiker Plastik der FU und des Winckelmann-Instituts der HU eine sammlungsspezifische Datenebene parallel zu Arachne aufgebaut wird. Ausgangspunkt ist die strukturelle Situation, dass diese Sammlungen über keine eigene Datenhaltung verfügen und ihre Objekte ausschließlich über Arachne als überinstitutionelles Fachportal präsent sind.
Ziel des Projekts ist es, die Objekte im Kontext der Berliner Universitätssammlungen zu präsentieren und auffindbar zu machen, funktionale Ergänzungen zu ermöglichen (z. B. administrative und lehrbezogene Daten) und zugleich die Pflege der in Arachne liegenden Bestandsdaten zu erleichtern. Der Vortrag versteht sich als Werkstattbericht: Konzeptionelle Überlegungen, technische Umsetzung und erste „Lessons Learned“ werden vor und zur Diskussion gestellt.
Motion Capture als Werkzeug für die digitale Rekonstruktion antiker Statuen? Ein Werkstattbericht
25.11.2025, 14:00 Uhr CET
Prof. Dr. Katharina Meineke und Dr. Sascha D. Schmitz (Universität des Saarlandes)

Seit einigen Jahren werden Rekonstruktionsvorschläge für antike Skulpturen zunehmend mithilfe digitaler Methoden visualisiert. Ein Vorteil digitaler Modelle – im Gegensatz zu Zeichnungen oder Gipsabgüssen – besteht darin, dass verschiedene hypothetische Rekonstruktionen umgesetzt, getestet und im Falle neuer Erkenntnisse vergleichsweise leicht angepasst werden können. Je nach gewählter Technik ist dies unterschiedlich zeitaufwändig, zudem ist unsicher, ob die rekonstruierten Posen den natürlichen Körperbewegungen entsprechen.
In einer Übung an der Universität des Saarlandes im Wintersemester 2024/25 wollten wir daher das Potenzial von Motion Capture zur Statuenrekonstruktion erproben. Mit Motion Capture können Bewegungen, meist von Menschen, aufgezeichnet und in digitale Bilder übertragen werden, wie es insbesondere aus der Animations- und Filmindustrie bekannt ist. Gemeinsam mit den Studierenden wollten wir herausfinden, ob es möglich ist, antike Statuen nachzustellen, mögliche Ergänzungen auszuprobieren und diese direkt in lebensnahe digitale Modelle umzuwandeln. Im Vortrag möchten wir einen Einblick in den Kurs geben, unsere Ergebnisse vorstellen und die Vor- und Nachteile von Motion Capture als Werkzeug in der Skulpturenforschung diskutieren.
Wissensvermittlung in immersiven Welten: VR-Technologie zwischen Museum und universitärer Lehre – die digitalen Projekte der Gießener Antikensammlung
17.01.2025, 14:00 Uhr CET
Dr. Michaela Stark (Justus-Liebig-Universität Gießen)

Digitale Interaktionstechnologien – sei es in Form interaktiver E-Learning-Angebote, digitaler Rekonstruktionen oder immersiver VR-Erlebnisse – gewinnen in der Wissensvermittlung im musealen Kontext zunehmend an Bedeutung. Sie schaffen nicht nur neue Wege, bestehende Ausstellungsformate sinnvoll zu ergänzen, sondern können auch dabei unterstützen, neue Zielgruppen für Museen zu gewinnen. Gleichzeitig bereichern digitale Tools auch universitäre Lehrformate und eröffnen innovative Lernmöglichkeiten. Studierende können bei der Konzeption digitaler Formate nicht nur ihre Software- und Medienkompetenzen schulen, sondern auch wichtige didaktische Skills der digitalen Kulturgutvermittlung erlernen.
Im Vortrag werden die aktuellen digitalen Projekte der Professur für Klassische Archäologie und der Antikensammlung der JLU vorgestellt, die in den letzten Jahren gemeinsam mit Studierenden realisiert wurden. Neben einem Einblick in die Inhalte der Projekte werden technische und didaktische Aspekte sowie die im Rahmen der Projekte gewonnen Erfahrungswerte beleuchtet und zur Diskussion gestellt.
Augustus in Saigon!? Ein internationales hybrides Lehrprojekt zur Antikenrezeption in Vietnam
11.01.2024, 10:00 Uhr CET
Dr. Elisabeth Günther (Universität Heidelberg) und Prof. Dr. Sven Günther (NE Normal University Changchun)

Der Vortrag zeichnet die theoretisch-methodischen, fachlichen und digitalen Grundlagen eines Lehr- und Forschungsprojekts nach, das im Frühjahrssemester 2022 an der Fulbright University Vietnam (FUV) in Ho-Chi-Minh-Stadt (ehemals Saigon) durchgeführt wurde.
Mittels rahmentheoretischer Analysemethoden antiker und rezeptionsgeschichtlicher Ikonographien und einer digitalen Ausstellung via OMEKA erschlossen sich Studenten der FUV das an Antikenrezeption reiche französisch-koloniale Erbe Saigons/Ho-Chi-Minh-Stadts respektive Französisch-Indochinas/Vietnams und dessen moderne (Aus-)Nutzung. Durch die online verfügbare Ausstellung vermochten die Studenten sich kritisch in postkoloniale Diskurse mit eigenen Narrativen einzuschreiben.
ExPresS XR: VR-Ausstellungserstellung leicht gemacht
12.12.2023, 16:00 Uhr CET
Prof. Dr. Stefan Krmnicek (Universität Tübingen, Numismatische Arbeitsstelle) und Dipl.-Inf. Kevin Körner (Universität Tübingen, Digital Humanities Masterprofil)

Die Digitalisierung des kulturellen Erbes eröffnet Museen moderne Möglichkeiten für ihre archivarische Arbeit. Sie bietet zudem die Chance, durch innovative Medien, wie Virtual Reality (VR), attraktive Ausstellungen zu gestalten, die besonders auch ein jüngeres Publikum ansprechen.
ExPresS-XR, ein Open-Source-Plugin, wurde entwickelt, um die Erstellung von VR-Ausstellungen so einfach wie möglich zu gestalten. Basierend auf der GameEngine Unity können Kuratoren mithilfe eines What-You-See-Is-What-You-Get-Editors virtuelle Ausstellungsräume erstellen, digitale Exponate platzieren und mit konfigurierbaren VR-Anwendungen aus einer ebenfalls enthaltenen Bibliothek anreichern. Die Nutzung des OpenXR-Standards gewährleistet die Kompatibilität mit gängiger Hardware wie der Meta Quest 2 und der Valve Index.
Unser Vortrag behandelt den Funktionsumfang und die Arbeitsweise mit ExPresS-XR und präsentiert drei auf diese Weise realisierte VR-Ausstellungen. Die erste – entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Hornmoldhaus – ermöglicht eine detaillierte Erkundung der Geschichte von Bietigheim-Bissingen. Besuchende können Exponate wie die 10 Meter langen japanischen Emakimonos (Schriftrollen) oder das Museumsarchiv immersiv erkunden. Die zweite Ausstellung widmet sich dem Wissen über antike römische Münzen und bietet interaktive Spiele zur Besuchermotivation. Das dritte Projekt umfasst eine 3D-Rekonstruktion des Herodianischen Tempels, angereichert mit numismatischen Informationen und einem Minispiel.
Online Learning on African Archaeology and Heritage: the co-creation process of a Coursera MOOC
25.10.2023, 13:30 Uhr CET
Sofia Fonseca (Teiduma, Consultancy On Heritage, Culture and Sustainability)

In November 2016, a meeting organized by Teiduma, consultancy on Heritage, Culture, and Sustainability, took place at the University of Algarve in Faro, Portugal. This gathering marked the beginning of a project with a primary objective: the development of an online course focused on African Archaeology and Heritage. The aim of this meeting was to establish a collaborative consortium involving four institutions: the German Archaeological Institute (DAI), the ICArEHB at the University of Algarve, the University of Neuchâtel in Switzerland, and the University of Louisville in the USA. Each of these institutions owned an extensive history of research and partnerships in Africa. Subsequently, numerous other institutions have enthusiastically joined this initiative, including the Eduardo Mondlane University in Mozambique, the Autonomous University of Barcelona (UAB) in Spain, the University of Namibia, as well as the University of Cologne and its esteemed Heinrich Barth Institute.
Despite encountering numerous challenges along the way, including the disruptions caused by a global pandemic, the collaborative effort of over 30 researchers from institutions around the world culminated in the successful launch of the course on the Coursera platform in May 2023.
In this presentation, we will delve into the trials and triumphs that paved the way for the realization of this determined goal: the creation of the online course on the Archaeology and Heritage of Africa, and the invaluable lessons we have collected from this endeavour.
Vom Korkmodell zur AR-Projektion. Dreidimensionale Medien in den Archäologien
21.06.2023, 15:00 Uhr CET
Jun.-Prof. Dr. Fabian Stroth (Universität Freiburg)

Augmented Reality-Anwendungen sind ein Desiderat der Archäologien und anderer raum- und objektbezogener Disziplinen wie Kunstgeschichte, Ethnologie, Kulturanthropologie usw. Während archäologische Grabungsprojekte und Museen mittlerweile 3D-Objektdaten in großer Zahl produzieren, fehlt an den Hochschulen meist noch die entsprechende Infrastruktur, um diese neuen Forschungsinformationen angemessen und zukunftsweisend in die Lehre zu überführen und konstruktiv und kompetenzorientiert einzubinden. Ziel von MARBLE ist es, die Implementierung dreidimensionaler Bildgebungsverfahren in die raum- und objektbezogene Hochschullehre nicht bloß als technische, sondern in erster Linie als didaktische, curriculare und strukturelle Forschungs- und Entwicklungsaufgabe zu begreifen, entsprechend zu entwickeln und zu evaluieren. Im Vortrag soll das Projekt ausführlich vorgestellt und die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten dargelegt werden.
Das Projekt wird in Kooperation mit der Fakultät Digitale Medien der Hochschule Furtwangen (HFU) und dem Fraunhofer IPM in Freiburg durchgeführt. Die Forschungsergebnisse und die entwickelte Software werden anschließend open access bzw. open source zur Verfügung gestellt.
Virtual Past, Playful Present: Video Games and Learning about the Past
17.05.2023, 11:00 Uhr CET
Dr. Aris Politopoulos (Universität Leiden)

The COVID-19 pandemic has brought digital education tools to the fore. And while various digital media like videos and podcasts have, by now, been established educational tools, the potential of video games in the classroom remains largely untapped. In this lecture I will be exploring the use of commercial video games as an innovative method and tool for formal and informal education within the academic classroom and the teaching of archaeology, as well as the communication of the past to a wider audience. For the former, I will be reviewing classes conducted at the Faculty of Archaeology, Leiden University, the Past at Play Class, an honours course dedicated to the playful investigation of the past, as well as other activities conducted by the VALUE Foundation. Through those, I will be proposing a model that uses the concept of fun as central to the practice of education.
Smartphone-Touren an archäologischen Fundorten mit der ArchaeoTrail-App
21.12.2022, 16:00 Uhr CET
PD Dr. Stephanie Döpper (Universität Würzburg)

Archäologische Stätten können Besucher:innen wertvolle Einblicke in die Vergangenheit bieten, wenn sie gut präsentiert werden. Oft sind Informationen über einen Fundort jedoch nur schwer zugänglich. Um diese Lücke zu schließen und das lokale Kulturerbe für Menschen auf der ganzen Welt zugänglich zu machen, hat das ArchaeoTrail-Projekt an der Goethe-Universität Frankfurt (www.archaeotrail.org) ein Webportal entwickelt, über das Archäolog:innen und andere für archäologische Stätten verantwortliche Personen selbstgeführte, informative Smartphone-Touren zu ihrem Fundort erstellen können. Mit nur wenigen Klicks können Texte, Fotos, Audiodateien und Videos in das Webportal hochgeladen werden. In der ArchaeoTrail-App werden die Besucher:innen mit Hilfe ihres GPS-Geräts auf einer vorgeschlagenen Route zu den einzelnen Stationen der Tour geführt. Dieser Vortrag bietet einen Einblick in die Funktionen des Portals und der App und präsentiert Beispiele von bestehenden Touren, sodass anschießend alle Teilnehmenden in der Lage sein werden, eigenen Touren für ihren Fundort erstellen zu können.
Ruins and Beyond! Ein digitales Lerntool
08.12.2022, 10:00 Uhr CET
PD Dr.-Ing. Helge Svenshon/Jane Kreiser/Stefan Wetherington (Technische Universität Darmstadt)

Seit dem Wintersemester 2021/22 steht die Vorlesung Architektur und Städtebau der Antike den Studierenden der TU Darmstadt in einem zeitgemäßen digitalen Format zur Verfügung. Hierfür hat das Fachgebiet Klassische Archäologie gemeinsam mit dem Bachelorprojekt des Fachbereichs Informatik das Webtool ruins & beyond! entwickelt, das den Studierenden die Möglichkeit bietet, alle zur Verfügung gestellten Materialien individuell zu kombinieren und den Lehrstoff damit selbstbestimmt erarbeiten zu können. Die bislang 1,5-stündigen Vorlesungen wurden durch neue, chronologisch und thematisch gegliederte 15-minütige Videoclips ersetzt, die über einen Zeitstrahl und einen umfassenden Bauwerkskatalog erreichbar sind.
Input. Digitale Lehre in den Archäologien. Fokus: aktivierende Methoden
30.10.2020, 14:00 Uhr CET
PD Dr. Doris Gutsmiedl-Schümann (Freie Universität Berlin / Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)

Das Netzwerk „Digitale Kompetenzen in der Archäologie (DiKopA)“ befasst sich auch mit digitalen Lehrmethoden. Dies war in der Zeit der Covid-19-Pandemie besonders relevant, als während der Lockdowns und auf Grund von Kontaktbeschränkungen die akademische Lehre vollständig digital und im virtuellen Raum durchgeführt werden musste. Der folgende Vortrag legte als Input für die digitale Lehre in den Archäologien seinen Fokus auf aktivierende Methoden. Er wurde am 30.10.2020 im Rahmen eines DiKopA-Treffens gehalten, und nachträglich aufgezeichnet.


